Frankfurt Flughafen erneut mit massiven Störungen

6. Juli 2018

Das Foto zeigt die Beladung eines Flugzeugs durch die hochgeklappte "Nase".

Zum wiederholten Male innerhalb eines halben Jahres hat Frankfurt Cargo Services (FCS) mit erheblichen Abfertigungsproblemen am Flughafen in Frankfurt zu kämpfen.

Wir fragten unseren Luftfracht-Experten Dennis Votava, wo das Problem liegt und welche Lösungen ETS bereithält.

Herr Votava, was passiert gerade am Flughafen Frankfurt?

Wir haben massive Störungen in der Abfertigung von eintreffenden sowie ausgehenden Luftfrachtsendungen. Dies betrifft alle Airlines, die über die FCS abgefertigt werden. Da es sich bei der FCS um den größten Lagerhalter am Airport in Frankfurt handelt, sind eine Vielzahl der bedeutendsten Airlines betroffen.

Was sind die Gründe für das Chaos?

Das lässt sich nicht genau sagen. Es gibt Quellen, die von personellen Engpässen sowie einer hohen personellen Fluktuationsrate mit einhergehenden schwindenden Know-how berichten. Die FCS hat dies nur zum Teil bestätigt und verweist außerdem auf die „enormen Modernisierungsmaßnahmen in der Abfertigungshalle“, die mitunter zu Verzögerungen führen.

Welche Auswirkungen hat das allgemein?

Die Verzögerungen (Back log) beeinflussen das Buchungsverhalten der Logistikdienstleister weltweit. Es werden neue Wege gesucht, um nicht in dieses Chaos zu geraten. Dabei werden Airlines eingesetzt, die nicht von Fraport abgewickelt werden oder andere Flughäfen auf direktem Wege ansteuern. Dies wiederum führt zu einer Überbuchung der alternativen Routen.

Wie groß sind die Verzögerungen?

Wir haben teilweise Verzögerungen von bis zu zwei Wochen und mehr.

Wer ist konkret betroffen?

Betroffen ist im Grunde jeder, der auf die FCS angewiesen ist. Also viele Airlines, die ihre Sendungen über Frankfurt routen.

Wie lässt sich Abhilfe schaffen?

Wir setzen Airlines ein, die möglichst nicht von der Fraport abgefertigt werden oder andere Flughäfen anfliegen. Aufgrund der großen Nachfrage sind die Flüge dieser Fluggesellschaften leider häufig überbucht.

Was tun Sie noch?

Wir bei ETS suchen in Absprache mit unserem weltweiten Agenten-Netzwerk stetig nach Lösungen und Möglichkeiten, um die Auswirkungen für unsere Kunden in Anbetracht der Marktsituation möglichst gering zu halten. Darüber hinaus stehen wir stetig im Kontakt mit der FCS sowie den Frachtführern der Airline, um die Situation vor Ort nicht aus den Augen zu verlieren.

Wie schätzen Sie die FCS in Zukunft ein?

Offensichtlich hat das Unternehmen das Problem zunächst unterschätzt, mittlerweile aber eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet. Nun bleibt es abzuwarten wie diese Maßnahmen greifen. Abschließend bleibt zu sagen, dass bis Dato jedoch eine Rückkehr zum Normalbetrieb nicht spürbar ist.

Herr Votava, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte unser Auszubildender Pascal Dopmann.

Weitere Informationen zu unseren Services unter Luftfracht.

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